TIERVERSUCHE

Die Bilder von gequälten Kaninchen, Affen oder Ratten möchte am liebsten keiner mehr sehen – bei Umfragen sind die meisten Menschen gegen Tierversuche. Die gibt es aber leider noch in vielen Bereichen: Kosmetika werden z. B. auf Hautverträglichkeit geprüft, Arzneimittel auf Nebenwirkungen oder Chemikalien auf Giftigkeit. Alle neuen Substanzen müssen geprüft werden, damit die Sicherheit von Produkten nachgewiesen werden kann – zum Schutz der menschlichen Gesundheit. Insbesondere bei Arzneimitteln wird es sicher noch länger Tierversuche geben, um neue Wirkstoffe zur Behandlung schwerer Krankheiten zu erforschen. Aber es gibt auch Produkte, bei denen Tierversuche gar keine Rechtfertigung besitzen: Bei Kosmetika hat das Europäische Parlament Unter der Federführung von Dagmar Roth-Behrendt hat das Europäische Parlament bei Kosmetika ein baldiges Ende der Tierversuche im zähen Ringen mit den Mitgliedstaaten durchgesetzt. Lange scheiterte diese Forderung am Widerstand der Industrie, die es in der Vergangenheit versäumt hatte, ausreichend Forschung zur Enwicklung alternativer Testmethoden zu betreiben. Nun muss sie sich beeilen: Bereits 2009 wird in der EU ein vollständiges Tierversuchsverbot eingeführt. Es dürfen dann keine Tierversuche innerhalb der EU für Kosmetikprodukte durchgeführt werden. Gleichzeitig wird ein Verkaufsverbot für alle an Tieren getesteten Zahncremes, Shampoos und Lippenstifte in Kraft treten. Dies hindert die Industrie daran, ihre Tests einfach außerhalb der EU durchzuführen und dann ihre Produkte weiterhin in der EU zu verkaufen. Damit erhöht sich der Druck auf die Industrie spürbar, endlich ausreichend in die Erforschung alternativer Testmethoden zu investieren. Nur für drei Versuchstests, deren Entwicklung noch in den Anfängen steckt, gilt eine Ausnahme bis 2013. Danach allerdings sind alle Tierversuche verboten – egal, ob alternative Testmethoden verfügbar sind.

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